http://sms-wholesale.info

Sehr geehrte Fr. Sarah Connor, sehr geehrter Hr. Marc Terenzi,

December 14th, 2008

Mein erster Brief an Prominente. Nur verständlich für Leute, die wissen, wie oft Sarah und Marc in Zeitschriften wie “Bravo” ihre Beziehung zueinander als positives Vorbild präsentierten.

Sehr geehrte Fr. Connor,
sehr geehrter Hr. Terenzi,

ich bin eine alleinerziehende Mutter eines 15-jährigen Jungen. Eben habe ich mit Schrecken aus dem Internet erfahren, dass Sie sich trennen.

Wissen Sie nicht, in wie vielen Kinder- und Jugendzimmern Sie beide zu Gast waren und Vorbild und Hoffnung waren für eine riesige Anzahl von Jugendlichen?
Wissen Sie nicht, was für ein Elend in vielen Familien herrscht und was für eine Orientierungslosigkeit eine riesige Anzahl von Jugendlichen ausgesetzt sind, die keinen Vater oder keine Mutter haben?

Auf DVDs, Bildern und Bravo-Stories haben Sie beide diesen Jugendlichen gesagt: es gibt ein besseres Leben! Es gibt Beziehungen, die funktionieren! Wir können es – ihr könnt es auch! Wir arbeiten daran – Ihr werdet das auch tun! Wir halten zueinander – ihr werdet auch  zueinander halten!

Und jetzt trennen Sie sich?
Wie können Sie das nur tun??
Wie können Sie das nur tun im Angesicht des Meeres von Kindern und Jugendlichen, die an Sie geglaubt haben?

Im Internet lese ich ein Zitat von Ihnen:
“Es tut uns leid. Für uns, unsere Kinder und Familien”, ließ das Musikerpaar aus dem niedersächsischen Wildeshausen seine Fans wissen. Sie seien unendlich traurig über die Erkenntnis, “dass wir mit der Zeit bessere Freunde als Ehepartner geworden sind. Die Wurzeln dieser Entwicklung haben ihren Ursprung weit zurück.”

Wissen Sie nicht, dass Sie durch das öffentlichen Präsentieren Ihrer Beziehung nicht nur für sich selbst, sondern auch für eine ganze Generation von Jugendlichen Verantwortung auf sich genommen  haben?
Wie können Sie nur derart leichtfertig mit dieser Verantwortung umgehen?

Sie wollen den Spekulationen “ein Ende setzen und das Ende unserer Ehe, nicht aber unserer tiefen Liebe und Freundschaft zueinander, bekanntgeben”

Wenn Sie eine tiefe Freundschaft verbindet, müssen Sie sich nicht trennen. Jede Ehe macht Entwicklungen durch, es gibt gute und schlechte Zeiten, Zeiten der Nähe und Zeiten der Ferne.

Sie wissen gar nicht, für was für ein Leid Sie sich mitverantwortlich machen.
Sie haben die Verantwortung übernommen, ein gutes Vorbild zu sein. Sie dürfen das nicht einfach zunichte machen! Sie haben einen Platz in den Seelen vieler Jugendlicher! Sie sind ein Stern in der Dunkelheit vieler dieser Jugendlicher! Das dürfen Sie nicht zunichte machen! Das Ergebnis ist schlimmer, als wären Sie niemals als Vorbild aufgetreten!

Sie denken nur an sich und ihr eigenes, kleines Glück.
Narzissmus pur.

Was Sie den Jugendlichen antun ist schrecklich! Begreifen Sie das, ziehen Sie die Konsequenzen! Es geht nicht nur um Sie beide! Es geht ganz primär um die vielen Jugendlichen, denen Sie willentlich öffentlich ein Vorbild waren!

Stehlen Sie sich nicht aus Ihrer Verantwortung! Zeigen Sie Größe!! Verzichten Sie auf das freiere, vielversprechendere Leben außerhalb Ihrer Ehe - den Kindern und Jugendlichen zulieben, die Ihre Sarah&Marc Poster an den Wänden hängen hatten und Ihre Beziehung sehnsuchtsvoll-bewundernd beobachtet haben und – bewusst oder ungewusst – zum Vorbild genommen haben!

Traurige Grüße sendet Ihnen:

ex-blond

Business Broker

Zurück zur Natur?

December 1st, 2008

Während einer Behandlung erzählte mir mein Physiotherapeut letztens, dass sein Neffe Linkshänder sei und dass dessen Eltern ihn daher frei entscheiden lassen würden, mit welcher Hand er Löffel/Gabel/Messer halten möchte.

Ich sagte: aber da gibt es doch Tischregeln, wenn Ihr Neffe nun Gabel rechts und Messer links hält - das geht gegen die Norm der bei uns üblichen Tischmanieren.

Das stimme zwar, gab mein Physiotherapeut zu, aber sein Neffe würde ansonsten ja gegen seine Natur kämpfen müssen.

Bingo! Richtig! Volltreffer!
Genau das ist die Grundlage unserer gesamten Zivilisation!!

Leider fiel mir diese Antwort erst ein, als ich wieder zu Hause war :-)

Business Broker

Das skandalöse Karfreitagsgebet

March 23rd, 2008

Im aktuellen Karfreitaggebet der Katholiken heißt es:

„Lasst uns auch beten für die Juden. Dass Gott ihre Herzen erleuchte, damit sie Jesus Christus erkennen, den Heiland aller Menschen.”

Dazu die Welt:

“Wegen der Karfreitagsfürbitte, die als Aufruf zur Bekehrung der Juden interpretiert wird, sagten zahlreiche Rabbiner und Vertreter des christlichen-jüdischen Dialogs ihre Teilnahme am Katholikentag in Osnabrück (21. bis 25. Mai) ab. „Die katholische Kirche hat ihre antisemitischen Tendenzen nicht im Griff“, sagte der Berliner Rabbiner Walter Homolka “Spiegel online”. Der Papst habe mit der Zulassung der Karfreitagsbitte den jüdisch-katholischen Dialog schwer beschädigt. Er warf Benedikt XVI. vor, er nehme durch die Neufassung der Karfreitagsliturgie in Kauf, antisemitischen Tendenzen in der katholischen Kirche Vorschub zu leisten.”

Ich persönlich kann diese Aufregung nicht verstehen. Zum Vergleich: Wenn man eine kontroverse Diskussion führt, geht jede Partei davon aus, dass sie die Wahrheit weiß und vertritt. „Ich hoffe, dass Du eines Tages verstehst, was ich meine“ wird dabei niemand als geistigen Vergewaltigungsversuch verstehen.

Die oben zitierte katholische Fürbitte ist vielleicht angesichts der Geschichte der Judenverfolgungen und des Antisemitismus nicht unbedingt ein Glanzlicht an diplomatischer Formulierung, aber es handelt sich ja auch (nur) um ein Gebet und nicht um ein Dokument des Dialogs zwischen den Religionen. Als Gebet steht es völlig in der Tradition des christlichen Glaubens, denn aus christlicher Perspektive ist nun einmal das Christentum sozusagen die Wahrheit der Wahrheiten, das Pünktchen auf dem i, die offenbarte Wahrheit, während andere Religionen noch im Dunkeln bzw. Halbdunkeln herumtappen.

Jeder Religion ist immanent, dass sie beansprucht, die Wahrheit über die Welt erkannt zu haben. Bei einer missionarischen Religion wie dem Christentum gehört es zum Kern der Religion, dass sie hofft, die ganze Menschheit habe irgendwann Teil an ihrer heilbringenden Wahrheit:

Matthäus 28,18-20: Mir ist alle Macht im Himmel und auf der Erde gegeben. Darum geht zu allen Völkern und macht die Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.

Markus 16,15f: Geht in die ganze Welt und verkündet der ganzen Schöpfung das Evangelium! Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet werden. Wer aber nicht glaubt, wird verurteilt werden.

Der Missionsgedanke ist also der christlichen Religion völlig immanent und wenn man vom Christentum spricht, dann meint man automatisch damit immer eine Religion, die meint, die Wahrheit für sich gepachtet zu haben. Es ist dem Christentum immanent, diese Wahrheit allen, die sie nicht teilen, eröffnen zu wollen. Potential zur Empörung hat dabei nicht der Missionsgedanke an sich, sondern die Frage, wie dieser missionarische Anspruch ausgelegt und umgesetzt wird. Und ich denke, dass die katholische Kirche Gott sei Dank dem Mittelalter entwachsen ist und sich längst zu einer anderen Religionen gegenüber völlig toleranten Institution entwickelt hat, die zwar mit offenen Armen dasteht, und den Glauben als ein Angebot darbietet, aber niemandem ungefragt auf die Nerven geht. Wenn nun die Kirche intern dafür betet, dass Nicht-Christen die Wahrheit des Christentums erkennen mögen, hat das nichts mit Antisemitismus oder sonstigen feindlichen Ansinnen zu tun, sondern das ist ein logischer Ausdruck des dem Christentum eigenen Wahrheits- und Missionsgedankens.

Die Präsidentin des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch, fragt:

„In welcher Zeit leben wir eigentlich, wenn die katholische Kirche heute wieder meint, um das Seelenheil des jüdischen Volkes besorgt sein zu müssen?“

Sie müsste aber wissen, dass die katholische Kirche nicht nur um das Seelenheil des jüdischen, sondern um das Seelenheil aller Völker besorgt ist und zwar qua definitione. Diese Besorgnis hat nichts mit Antisemitismus, Überheblichkeit oder Intoleranz zu tun.

Letztes Jahr gab es in den USA um die konservative und immer provokative Ann Coulter genau zu diesem Thema einen riesigen Skandal, weil sie in einer Talkshow sagte „it would be better if we were all Christian“ und „we just want Jews to be perfected, as they say“

Ihre Kommentare wurden als antisemitisch bezeichnet und der Aufschrei war groß. Sogar im Blog FdoG fand sich ein entsprechend entrüsteter Blogeintrag. 

Ich bin der Meinung, dass Ann Coulter hier völlig missverstanden wurde. Und Danny Deutsch provoziert sie in diesem Dialog zu dem Satz:“ Jews need to be perfected“, der isoliert und aus dem Zusammenhang gerissen tatsächlich antisemitisch klingt, im Zusammenhang aber eindeutig nicht so gemeint ist. Ich glaube, Danny Deutsch kann Ann Coulter einfach nicht leiden. Sie ist eine sehr umstrittene, von vielen Liberals aber auch Konservativen leidenschaftlich gehasste Polit-Satirikerin. Ihr neuester Buchtitel lautet, auch nicht zimperlich: “If Democrats had any brains, they’d be Republican” (vermutlich ist Danny Deutsch überzeugter Democrat.)

Auch im Islam und im Buddhismus und in vielen Sekten gibt es den Missionsgedanken. Die Mormonen z.B. glauben, dass sie Tote stellvertretend nachträglich taufen können und haben schon über eine Millionen Tote getauft und in einem Bunker beherbergen sie ca. eine Milliarde Daten von Toten aus der ganzen Welt, die sie alle nach und nach taufen wollen, und sie sammeln immer mehr Daten. Wer weiß, ob wir nicht eines Tages posthum – aus Sicht der Mormonen - alle mal Mormonen sind, ob es uns passt oder nicht.

Die beiden Zeuginnen Jehovas, die hier bei uns im Viertel täglich missionieren, beten vermutlich täglich dafür, dass all wir sündigen, missionsresistenten Leute in dieser Gegend uns bald den Zeugen Jehovas anschließen, damit wir am jüngsten Tag gerettet sind.

Mich persönlich regt das nicht auf, sondern ich finde die beiden Zeuginnen Jehovas in ihren Anstrengungen rührend und die Totentaufe der Mormonen irgendwie auch.

 

Nachtrag am 29.04.2009:

Zwei must-reads zum Thema in der FAZ:

1. Robert Spaemann: Gott ist kein Bigamist
2. Michael Brenner: Gott ist kein Christ

Meiner Meinung nach gewinnt Spaemann diese Diskussion eindeutig und ich teile seine (Spaemanns) Position zu 100%.

Business Broker

Gespräche mit Satan

February 26th, 2008

Neale Donald Walschs Buch „Conversations with God“ (Gespräche mit Gott) ist ein Millionenbestseller, der in viele Sprachen übersetzt wurde. Über ein Jahr lang war es durchgehend auf der New York Times Bestseller List.

„Den von den Religionen propagierten Gottesvorstellungen setzt Walsch sein zeitgemäßes, psychologisch aufgeklärtes Gottesbild entgegen. Gerade im deutschsprachigen Raum hat sich Walsch damit eine riesige, engagierte Anhänger- und Leserschaft erworben“ heißt es über das Buch im Klappentext.

 

 

Im Buch sagt ‘Gott’, von dem Neale Donald Walsch behauptet, er habe ihm das Buch diktiert:

„Das Böse ist das, was ihr das Böse nennt. Aber selbst das liebe ich, denn nur durch  das, was ihr als das Böse definiert, könnt ihr das Gute erkennen; nur durch das, was ihr das Werk des Teufels nennt, könnt ihr das Werk Gottes erkennen und tun. Ich liebe das Heiße nicht mehr als das Kalte, das Hohe nicht mehr als das Niedrige, das Linke nicht mehr als das Rechte. Es ist alles relativ. Es ist alles Teil dessen, was ist.
Ich liebe das ‚Gute’ nicht mehr als das ‚Schlechte’. Hitler ging in den Himmel ein. Wenn ihr das begreift, begreift ihr Gott.“

Falsch – dann begreifen wir gar nichts mehr und man kann mit uns machen, was man will. Völkermord, Staatsterror, Kindsmisshandlungen – Gott findet laut Neale Donald Walschs pseudo-göttlichen Einflüsterungen alles liebenswert.

Es geht weiter im Text:

„(…) Alles ist im Angesicht Gottes ‚akzeptabel’,“

Wirklich? Gott findet den Völkermord in Darfur akzeptabel? Auf einen solchen Gott verzichte ich gerne.

„denn wie kann Gott nicht das akzeptieren, was ist?“

Indem er es verwerflich findet und ungeheuer wütend darüber ist.

„(…) Doch haltet an euren Überzeugungen fest und bleibt euren Werten treu, denn es sind die Werte eurer Eltern und eurer Großeltern, eurer Freunde und eurer Gesellschaft.“

Pech nur, wenn man gerade zum Beispiel in Gaza lebt, wo man täglich mit dem plattesten Antisemitismus indoktriniert wird und schon den Kindern eine Karriere als Selbstmordattentäter nahegelegt wird. Aber sowas tangiert Neale Donald Walsch nicht, denn sein Gott erklärt uns auch, warum das alles wert ist, daran festzuhalten:

„Sie [die Überzeugungen und Werte] bilden die Struktur eures Lebens, und ihr Verlust würde die Auflösung des Stoffs eurer Erfahrung bedeuten.“

Na super! Darfur als Werkstatt der Selbsterfahrung! Und nach 20 Jahren sowjetischem Gulag haben sich die Leute bestimmt irre erfahren gefühlt (vorausgesetzt, sie haben so lange überlebt).

In einer Welt wie unserer, in der das Christentum als dominierende Kraft keine tragende Rolle mehr spielt,  stehen solchen Büchern Tür und Tor offen. Ich sehe das als Gefahr! Denn solche pseudoreligiöse, werterelativierende Lektüre verblödet die Menschen und schwächt ihre Urteilskraft und ihren Mut zu urteilen! Da alles in einem göttlichen, wertelosen Einheitsbrei aufgelöst wird, in welchem die einzig existierende Sünde  darin besteht, Handlungen und Zustände als gut oder böse zu beurteilen, kann das Böse nicht mehr erkannt werden. Statt dessen wird der, der das Böse beim Namen nennt als verwerflich anmaßend angesehen.

Die eitle Zufriedenheit über die scheinbar aufgeklärte Gebildetheit, die ich in manchen von mir verlinkten Blogs (siehe Blogroll) beim Christentums-Bashing beobachte, kann ich nicht nachvollziehen! Für mich ist der Verlust von Gott als die moralische Instanz eine äußerst gefährliche Entwicklung, vor der wir uns fürchten sollten. Die Anzahl der Menschen, die durch säkulare Regimes gefoltert oder getötet wurden übersteigt ganz überproportional die Anzahl der Menschen, die im Laufe der Geschichte des Christentums gefoltert oder getötet wurden. Die Entstehung der Demokratie und die Proklamierung der Menschenrechte sind ohne den verbindlichen christlich-jüdischen Wertekanon nicht denkbar.

„Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.“ 2. Mose 20,7

 

Business Broker

Das Böse benennen

February 26th, 2008


© herb - Fotolia.com                      “böse”?

Eine gute Freundin von mir liebäugelt mit der Partei „Die Linke“. Wir haben in beinahe allen Fragen zum Weltgeschehens und des Menschenbildes vollkommen entgegengesetzte Positionen. Aber sie ist eine der wenigen Personen, mit der man sich bei einer Tasse Tee vergnüglich so richtig kontrovers heiß diskutieren kann, ohne dass man um die Freundschaft fürchten muss.

Am Sonntag haben wir telefoniert.

Moralische Urteile dürfe man nicht fällen, sagte sie. Und „das Böse“ sei schon einmal ganz und gar ein unmöglicher Begriff.

Gut, sagte ich, dann stelle ich Dir jetzt eine Frage, die Du mit nur einem einzigen Wort beantworten darfst. OK?

Schieß los, sagte sie.

„Waren die Nazis böse? Ja oder nein?“

Meine Freundin sagte im Stakkato: Auf sowas könne sie sich nicht einlassen denn das müsse man alles viel differenzierter betrachten und man müsse unterscheiden und…
… mir schoss der Begriff „Autobahn“ durch den Kopf, ein bekanntlich stark verfänglicher Stolperstein und so lenkte ich ein und stellte in einem neuen Versuch die ultimativ einfachst zu beantwortende Frage der Welt:

„War Hitler böse?“

Also auf solche plakativen Fragespiele könne sie nicht so einfach antworten, das sei alles viel zu vereinfacht und…

„War Hitler böse? Ja oder Nein?“

Sie konnte und wollte die Frage nicht mit einem einfachen „Ja“ beantworten.

Ich fühlte mich natürlich extrem bestätigt in meiner Annahme, dass „links denken“ nicht nur bedeutet, bestimmte gesellschaftliche Probleme auf eine bestimmte Art und Weise lösen zu wollen, sondern dass dem auch ein komplett anderer „Mindset“, eine andere Grundhaltung, eine andere Art, über die Welt zu denken, zu Grunde liegt.
Mein Eindruck ist, dass es eine steigende Werterelativierung gibt und insbesondere eine Werte-Verwirrung, insbesondere im linken oder atheistischen oder agnostischen oder esoterisch-pseudoreligiösen Spektrum.

Der Fortlauf des Gesprächs war dann aber interessant und erhellend. Es stellte sich nämlich heraus, dass meine Freundin Hitlers Handlungen als „falsch“ bewerten würde (die Worte „gut“ und „böse“ wollte sie nicht verwenden), während sie sich agnostisch gab zur Person Hitlers, d.h. behauptete, dass sie  nicht wissen könne, was Hitler im Innersten dazu trieb, auf diese falsche Art und Weise zu handeln. Da Hitlers Handlungen extrem „falsch“ waren, wäre sie auch bereit gewesen, ihn zu erschießen, um größeres Unheil abzuwenden. Das heißt, meine Freundin unterschied zwischen den Handlungen eines Menschen und dem Menschen als Person.

Und am Rande dieses Punktes fanden wir eine kleine Gemeinsamkeit. Denn auch ich denke, dass man das allerletzte Urteil über einen Menschen Gott überlassen muss, weil wir als fehlbare Menschen immer in Gefahr sind, uns irren zu können.

Der Unterschied zwischen meiner Freundin und mir ist, dass ich meine, man kann (und darf und muss) mit großer Wahrscheinlichkeit von den Taten eines Menschen moralisch auf die Person schließen und – gottähnlich – eine Person als „gut“ oder „böse“ bezeichnen, wobei man die menschliche Fehlbarkeit in Kauf nehmen muss, während meine Freundin sich dieses Urteils prinzipiell verweigerte. Im Grunde genommen bedeutet dies, dass ich einen viel größeren Glauben an die Freiheit des menschlichen Willens habe und an die prinzipielle Möglichkeit des Menschen, erkennen zu können, was gut und böse ist, als meine Freundin.

Leider führt diese demütige (oder feige?) Haltung, sich eines Urteils über einen Menschen oder gar über ein Terror-Regime prinzipiell zu verweigern, zu einer Lähmung. Wenn man grundsätzlich nicht mehr benennen kann, wer/was gut oder böse ist, wird es schwer, Orientierung in der Welt zu finden und Wertvorstellungen weiterzugeben, ganz zu schweigen davon, dem Bösen aktiv Einhalt zu gebieten. (Siehe der pseudo-empörte, feige und nur vermeintlich gebildete, vielmehr stark verwirrte Aufschrei über Bushs Schlagwort „Die Achse des Bösen“.)

Deshalb hier an alle, die kein moralisches Urteil über andere Menschen/Regierungen fällen mögen:
Die Wahrscheinlichkeit, dass Hitler (Stalin, Mao, Hussein, Yong-il, Ahmadinejad etc) in irgendeiner uns verborgenen Weise derart determiniert war, dass ihm keine Schuld zukommen kann und er daher nicht in der Hölle schmort sondern auf einem Wölkchen Harfe spielend frohlockt, liegt nur ca. bei 0,000000000000000000000000001 % würde ich sagen, weshalb wir getrost sagen dürfen: Hitler war böse. Und moralisch gesehen entsprechend hätten handeln müssen.

Business Broker

Politisch Inkorrektes über Kindererziehung

February 8th, 2008

Very, very politically incorrect.

Very, very, very true:

Medved talks about the family that works (MP3)
(mit rechter Maustaste draufklicken und downloaden/speichern, dann anhören, oder mit linker Maustaste anklicken, Download abwarten und gleich anhören)

… sage ich aus eigener, schmerzlicher Erfahrung und Anschauung.

Als ich mir das angehört  habe, stiegen mir die Tränen in die Augen. Beinahe jeden Satz sprach mir Michael Medved aus dem Herzen. Er nimmt kein Blatt vor den Mund. Ich weiß nicht, ob es in der deutschen Medienlandschaft solcherlei Aussagen gibt. Ich glaube nicht. Unbedingt hörenswert.

Business Broker

Kinder, Mütter, Väter

December 17th, 2007

© Hallgerd - Fotolia.com

Ich habe gesagt “Ein Kind braucht Mutter und Vater”. Die schwul-lesbische Welt auf Gay-West läuft Sturm. Zum Lesen: hier entlang.

Business Broker

Nachdenken über das Böse

June 30th, 2007

Der Fall des 17-jährigen Felix aus Tessin, einem Gymnasiasten aus harmonischem, links-bürgerlich orientiertem und sozial engagiertem Elternhaus, der zusammen mit einem Freund mit Messern bewaffnet ein Ehepaar zu Hause überfiel und grausam zu Tode metzelte beschäftigt mich gedanklich. Zumindest als Anlass.

Weil an diesem Fall die Kluft so offensichtlich ist. Die Kluft zwischen Erklärbarkeit und Sinnlosigkeit, zwischen Schlechtem und Bösem. Der qualitative Sprung, der zwischen Frustration, Pubertätskrise, Hormonschüben und sadistischem Mord liegt, und der letztendlich nicht aufgelöst werden kann in Erklärungsmuster der Psychologie und Soziologie.

Es ist eben nicht alles erklärbar. Das ist es, was an diesem Fall so überdeutlich ist. Die Tat ist so monströs, dass alle Erklärungen scheitern. Man steht davor mit hilflosem Entsetzen.

Als G.W.Bush von der „Achse des Bösen“ sprach, löste dies hierzulande tiefste Empörung aus. Aber ist das nicht ähnlich? Bezeichnet nicht der Begriff „das Böse“ diese Leerstelle, die Kluft, den Quantensprung vom Schlechten zum Bösen, der nicht mehr auflösbar, nicht rational erklärbar ist?

Wann wird ein Mensch zum Terroristen? Auch hier sehe ich einen nicht auflösbaren Sprung, eine Lücke zwischen – begründbarem oder fehlgeleitetem -Gerechtigkeitsempfinden und dem Mord an Unschuldigen.

Und kann nicht auch ein Staat sich in dieser Weise gegen seine Bürger richten? Das ist das Kennzeichen eines Terrorregimes, wie es z.B. Saddam Husseins Regime war, sowie die afghanischen Taliban.

In unserer vollkommen säkular orientierten Gesellschaft stößt natürlich der Begriff des „Bösen“ (z.B. in „Achse des Bösen“) auf tiefstes Unverständnis.

Aber ist es nicht richtig, auch im großen Zusammenhang diesen über irdische Erklärungsmuster hinausweisenden Begriff des „Bösen“ zu verwenden? Gerade weil er eine Leerstelle benennt, weil er etwas Irrationales beinhaltet, etwas, das an die Existenz von übergeordneten Werten, an die Orientierung am Guten, theologisch ausgedrückt an Gott als jeweiligen Gegenpol erinnert? Gerade weil der Begriff des „Bösen“ so unbefriedigend ist, weil er eben nichts erklärt?

Gestern las ich in den Flugblättern der studentischen Freundes- und Widerstandsgruppe „Weißen Rose“ (mit welchen ich mich gerade aus beruflichen Gründen beschäftige) von 1943 folgende Sätze:

„Unser heutiger „Staat“ aber ist die Diktatur des Bösen.“ [Flugblatt III]

„Jedes Wort, das aus Hitlers Munde kommt, ist eine Lüge: Wenn er Frieden sagt, meint er den Krieg, und wenn er in frevelhaftester Weise den Namen des Allmächtigen nennt, meint er die Macht des Bösen, den gefallenen Engel, den Satan. Sein Mund ist der stinkende Rachen der Hölle und seine Macht ist im Grunde verworfen. Wohl muss man mit rationalen Mitteln den Kampf wider den nationalsozialistischen Terrorstaat führen; wer aber heute noch an der realen Existenz der dämonischen Mächte zweifelt, hat den metaphysischen Hintergrund dieses Krieges bei weitem nicht begriffen. Hinter dem Konkreten, hinter dem sinnlich Wahrnehmbaren, hinter allen sachlichen logischen Überlegungen, steht das Irrationale, d.i. der Kampf wider den Dämon, wider den Boten des Antichristen. Überall und zu allen Zeiten haben die Dämonen im Dunkeln gelauert auf die Stunde, da der Mensch schwach wird, da er seine ihm von Gott auf Freiheit gegründete Stellung im ordo eigenmächtig verlässt, da er dem Druck des Bösen nachgibt, sich von den Mächtigen höherer Ordnung loslöst und so, nachdem er den ersten Schritt freiwillig getan, zum zweiten und dritten und immer mehr getrieben wird mit rasend steigender Geschwindigkeit – (…)“ [Flugblatt IV]

Auch hier finde ich den Gedanken des „Bösen“ als etwas Irrationales, Überirdisches, Metaphysisches. Um Missverständnisse auszuschließen: ich verstehe das Böse nicht als eine Gott ebenbürtig gegenüberstehende Entität. Das heißt, ich glaube nicht an zwei Götter, einem dunklen und einem hellen.
Das Bild von Satan als sich von Gott abwendendem (‚gefallenem’) Engel ist hilfreich.

Business Broker

ex-blond über Abtreibung

June 10th, 2007

Ich verfolge ab und zu amerikanische Diskussionen zur Präsidentschafts-Vorwahl, bei der es darum geht, welcher Kandidat zur Wahl aufgestellt werden soll. Bei den US-Republikanern ist für viele Wähler ein ausschlaggebender Punkt: “Are you pro-life?” Das heißt, welche Haltung hat der Kandidat zum Thema Abtreibung? Für viele Republikaner ist Rudy Giuliani deshalb ein Problem, weil er – wie die Mehrheit der Demokraten - “pro-choice” ist, das heißt für die freie Wahl der Frau für bzw. gegen eine Abtreibung.

Bei uns ist das Thema Abtreibung politisch schon lange kein Thema mehr und faktisch ist eine Abtreibung quasi eine Selbstverständlichkeit. Nicht für ex-blond. Im praktischen Leben halte ich mich zu diesem Thema sehr zurück, aber hier im anonymen Blog kann ich schreiben, was ich darüber denke.

Ich kenne fast nur Frauen, die in ihrem Leben schon einmal abgetrieben haben. Und bei keiner einzigen davon kann ich es verstehen. Besser gesagt: bei keiner einzigen halte ich es für moralisch vertretbar. Denn bei keiner davon entschied die Verantwortlichkeit für das Kind. Sondern die Verantwortlichkeit ausschließlich für sich selbst.

“Mein Bauch gehört mir” stimmt nur solange kein Kind im Bauch ist. Sobald ein Kind da ist, geht es um zwei Leben, und das eine, nämlich das Leben der Austragenden ist verantwortlich für das entstehende Leben.

 

8 Wochen Abtreibung
Abtreibung 8.te Woche

 

Sozialer Abstieg

Meine Freundin G. war seit einem Jahr geschieden. Auf einer Party war sie unvorsichtig mit einem Mann, den sie dort gerade kennengelernten hatte und der kein Kondom dabei hatte. Sie wurde sofort schwanger und wollte abtreiben, aus Verzweiflung. Sie war gerade erst einer missglückten Ehe entronnen und wollte nicht ihre gerade gewonne Freiheit durch einen neue unfreie Situation, gebunden an ein Baby wieder aufgeben! Außerdem wollte sie eine Ausbildung machen. Sie besuchte eine Joga-Lehrerin, die ihr Übungen zeigte, die einen Abgang fördern sollten. Joga für Abtreibung. G. machte diese Gymnastik jeden Tag, in der Hoffnung, der Fötus würde von selbst sterben. Ihr Gewissen plagte sie aber zunehmend. Deshalb betete sie in einer Nachts und bat Gott, ihr ein deutliches Zeichen zu geben, wenn das Kind leben soll, wenn es wirklich leben will, ein Zeichen noch in dieser Nacht. Sie schlief ein und inmitten genau dieser Nacht ging plötzlich die Feueralarmsirene für ihren Ort, der unmittelbar in der Nähe ihres Hauses stationiert war, mit ohrenbetäubender Lautstärke los. Ein Fehlalarm. Zufall oder Fingerzeig? In jedem Fall entschloss G. sich, das Kind nicht abzutreiben. Für sie war es klar, dass ihr Kind einen starken Lebenswillen hat, nachdem es nicht durch die Joga-Übungen abging und nachdem die Alarmsirene nachts losging. Heute ist ihre bildhübsche Tochter 14 Jahre alt. G. war zunächst jahrelang sozialhilfeabhängig, hat dann noch eine Ausbildung, finanziert vom Arbeitsamt gemacht unter großem Stress durch die Doppelrolle als Vollzeitbeschäftigte und alleinerziehende Mutter, war nach der Ausbildung aber wieder arbeitslos und lebt seither, unterbrochen von kurzen Gelegenheitsjobs von Sozialhilfe (mittlerweile AG II).

Ich denke, die Chance auf eine neues Leben, auf berufliche Entfaltung und Neubeginn nach ihrer Scheidung hatte sie durch das ungewollte Kind, entstanden auf einer Party mit einem Mann, den sie gerade ein paar Stunden kannte, vertan.

Das ist aber kein Argument für eine Abtreibung.

Hass und Ekel

Den Zustand der Schwangerschaft fand ich nicht sehr schön. Natürlich ist es toll, wenn man fühlt, dass im Bauch ein Kind strampelt. Das ist großartig. Meistens habe ich mich auf mein Kind gefreut. Aber manchmal hatte ich das Gefühl, in meinem Bauch wächst ein riesig großes feindliches Krebsgeschwür, das mir der Vater des Kindes implementiert hat, der mich sofort verlassen hatte, sobald er erfuhr, dass ich (ungewollt) schwanger war. Wenn ein Mann eine Frau verlässt, wenn sie schwanger ist, der er zuvor Liebe geschworen hat, ist das psychisch und geistig brutal und fühlt sich extrem feindlich an. Als schwangere Frau hat man überhaupt keine Chance, dieses Kapitel abzuschließen, was ja, wenn man verliebt ist auch ohne Kind im Bauch bekanntlich schwierig und schmerzhaft ist. Mit Kind im Bauch trägt man aber immer irgendwie einen Teil des Vaters mit sich herum, es wächst an intimster Stelle und ist mit den zärtlichsten und innerlichsten Gefühlen verbunden. Ich hatte also zerrissene Gefühle dem werdenden Kind in meinem Leib gegenüber – da ich aber von Natur aus ein hoch optimistischer Mensch bin, überwogen die positiven Gefühle bei weitem die Gefühle des Hasses oder Ekels. Letztere hatte ich nur in schlechten Momenten.

Auch letztere sind kein Argument für eine Abtreibung. Es sind nur Gefühle, und nur meine Gefühle.

Körperliche Makel

Aber auch ästhetisch ist eine Schwangerschaft ein Desaster. Ich finde Schwangeren-Bäuche einfach unästhetisch. Scheußlich, irgendwie pervers sieht das aus. Ich habe versucht das nicht zu finden, sondern den Bauch von hochschwangeren Frauen incl. meines Bauches schön zu finden, naturverbunden-romantisch; ich habe es letztendlich nicht geschafft.

Die Geburt war eher schwer, mein Kind wog 4670 Gramm. Kein Schreibfehler!Außerdem wäre ich fast verblutet. Gott sei Dank habe ich keine Hausgeburt gemacht, wie ich das als Öko vorher eigentlich tun wollte!

Resultat meiner Schwangerschaft war, körperlich gesehen, dass mein Bauch von Schwangerschaftsstreifen übersäht und stellenweise zerknittert war, nie wieder so flach wurde wie zuvor, und ich fortan nicht mehr soviel essen konnte, wie ich wollte: mein Körper neigte ab sofort dazu, an Gewicht zuzulegen, wenn ich zuviel Schokolade aß. Vorher undenkbar.

Auch ästhetische Einbußen sind kein Argument für eine Abtreibung. Denn es geht dabei nicht um das eigenen Leben und um die eigenen Lebenspläne.

Eine Heldin

Ich war in einer Geburtsvorbereitungsgruppe für alleinstehende Schwangere. Von uns war sich nur M. nicht sicher, ob sie ihr Kind behalten wollte, aber sie konnte sich auch nicht vorstellen, abzutreiben. Mit Hilfe unserer Gruppenleiterin lernte sie eine Familie kennen, die bereits zwei eigene Kinder hatte und noch ein drittes Kind adoptieren wollte. Es war eine sehr nette Familie, die mit Kühen, Hühnern usw. auf dem Land wohnte. M. besuchte die Familie ein paar Mal und hatte ein gutes Gefühl. Sie war sich bis zuletzt nicht ganz sicher, ob sie ihr Kind abgeben würde oder doch behalten würde. Bei der Geburt hielt sie ihren Sohn kurz im Arm und gab ihn dann eigenhändig in die Arme der ‚neuen‘ Mutter. Es muss sehr ergreifend und harmonisch gewesen sein, S., unsere Gruppenleiterin erzählte das später, sie war bei der Geburt dabei.

Ich finde das ist sehr mutig von M. und zeugt von größter innerer Seelenstärke. M. ist für mich bis heute so etwas wie eine Heldin.

 

 

Das Standardargument für Abtreibung
von finanziell relativ gesicherten, beruflich etablierten, intellektuell regen, gebildeten, umweltwussten, weltfriedenwünschenden Frauen

Hier kommt das Argument für Abtreibung, das Standardargument, das ich von allen Frauen, die ich kenne und die abgetrieben haben, gehört habe:

“Freigabe zur Adoption kommt für mich nicht in Frage. Ich könnte nicht damit leben, zu wissen, dass irgendwo auf der Welt ein Kind von mir lebt”

Dieses Argument ist Standard. Es ist das egoistischste, was ich mir nur vorstellen kann. Ich kann es überhaupt nicht begreifen! Bis heute nicht! Keinen Deut!

Die nettesten, friedliebensten, freakigsten, intelligentesten, warmherzigsten Frauen argumentieren so!!!

Unbegreiflich!!!!!

Es ist reiner, purer Egoismus!

Ich glaube, 99 % aller Abtreibungen werden aus egoistischen Motiven gemacht. Dabei machen es sich die Frauen durchaus nicht einfach. Aber letztendlich belügen sie sich bei einer Entscheidung zur Abtreibung selbst.

Ich finde, Adoption ist eine ideale Alternative. In meinen Augen muss sich M. und alle Frauen, die sich für eine Adoptionsfreigabe entscheiden, nichts, aber auch gar gar nichts vorwerfen, niemals, ganz im Gegenteil. Das ist eine hoch verantwortliche, lebensbejahende Entscheidung.

Für mich gibt es also nur die beiden Möglichkeiten: Adoption oder das Kind selbst erziehen. Eine Abtreibung kommt nur in den seltensten Ausnahmefällen eventuell in Frage.

Leider sind Abtreibungen bei uns in der Gesellschaft fast schon selbstverständlich. Als ich mich zur Schwangerenberatung an die Beratungsstelle “Pro Familia” wandte, versuchte mich die Beraterin die erste Viertelstunde davon zu überzeugen, abzutreiben. Als ich meinem Frauenarzt sagte, ich sei schwanger, war seine erste (!) Frage: “Wollen Sie das Kind behalten?”

Aus meiner eigenen Lebenserfahrung heraus (ungewollt schwanger, noch keine Ausbildung, Mann verlässt mich gleich, alleinerziehend) muss ich sagen, ist eine ungewollte Schwangerschaft ohne stabilen Hintergrund wie verlässliche Partnerschaft, finanzielle Sicherheit oder wenigstens Aussicht auf Sicherheit sehr zum Nachteil. Es gibt äußerlich wenig dabei zu gewinnen, ein Kind durchkreuzt die Lebenspläne andauernd, jahrelang, die Doppelrolle Mutter – Berufstätige – und event. auch noch Liebhaberin eines potentiellen neuen Partners ist extrem stresslastig. Innerlich gibt es dabei letztendlich zu gewinnen: ein wenig Weisheit.

Damit kein Missverständnis entsteht: ich äußere meine Meinung zum Thema Abtreibung im praktischen täglichen Leben nie oder nur mit äußerster Rücksichtsnahme. V.a. gegenüber Frauen, die abgetrieben haben, äußere ich nicht, was ich denke, weil ich weiß, dass es für viele Frauen im Nachhinein schwer ist, mit einer Abtreibung zu leben, weil sich ihr Gewissen durchsetzt, oder, die egostische Variante: weil sie das Gefühl haben, etwas auf dem Jahrmakt des Lebens verpasst zu haben.

Hier noch Infos zum Thema Adoption: http://www.pro-leben.de/abtr/adoption.php

Hier ein englischer Artikel einer Frau, die ihr Kind zur Adoption freigegeben hat und sich psychisch davon nie wieder erholt hat, sehr gelitten hat: http://shakespearessister.blogspot.com/2009/03/breaking-silence-on-living-pro-lifers.html - sehr lesenswert. Wenn man sich für eine Adoption entscheidet, sollte man das gelesen haben und sich damit auseinandersetzen, sowie man auch vom sog. Post-Abortion-Syndrome Bescheid gehört haben sollte, wenn man mit dem Gedanken einer Abtreibung spielt. Ich bin trotzdem 100% pro Adoption (und 100% gegen Abtreibung), denn das Kind hat auch ein Recht ein Leben - es geht nicht nur um die Mutter.

Und hier noch ein Filmtipp zum Thema: http://ex-blond.com/?p=157 (Juno)

Bei amazon.de gibt es viele Bücher zum Thema Adoption, Abtreibung, einfach mal in die Suche eingeben und ein wenig stöbern.

Business Broker

Podcast: Gott und die Welt

May 20th, 2007

Heute möchte ich allen Leserinnen und Lesern einen großartigen Podcast-Tipp geben!

 

Wirklich hörenswert, wie ich finde ist die (US-amerikanische) ”Dennis Prager Radio Show“. Immer hoch interessante Themen, immer hoch interessante Gäste, die auch noch ausführlich ausreden dürfen, Dennis Prager ist ein kluger Denker, fair und rational. Die Themen drehen sich um “everything in life”, also um Gott und die Welt. Nie banal, immer inspirierend. Meist, aber nicht immer geht es um politische Themen; Prager ist bekennender Republikaner, setzt sich aber fortwährend mit anderen Meinungen auseinander und ist dabei maximal ehrlich und lernbereit, wie ich finde. Beinahe jede Folge ist es wert, gehört zu werden (z.B. beim Kochen, Bügeln, ….)

Man kann sich die täglichen Folgen kostenlos als MP3 z.B. auf den iPod oder einen anderen MP3 Player herunterladen:

http://www.townhall.com/talkradio/Show.aspx?RadioShowID=3 

Viel Spaß!

Business Broker

« Previous Entries